Interview Kobinet 12.12.2018 zum Offenen Brief an BAG WfbM und WRD

Herr Becker, können Sie etwas zu Ihrer Person und Ihrer Intention sagen, den Brief zu unterschreiben? Ich arbeite seit 40 Jahren mit Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf oder mit schwersten und mehrfachen Behinderungen, wie man früher sagte. Da habe ich vielfach erlebt, dass dies eine Personengruppe ist, die bei den Diskussionen und Bemühungen zuerst um Integration und jetzt um Inklusion hinten runterfallen. Oft geht es um die „Inklusion der Harmlosen“, um Andreas Fröhlich zu zitieren. Ich halte es mehr mit dem „kategorischen Imperativ“ von Klaus Dörner, immer vom Schwächsten her zu denken und zu handeln. Ich bin zwar selber nicht „schwerst- oder mehrfachbehindert“ und auch kein Vater eines schwer behinderten Kindes, aber aufgrund meiner 40jährigen Berufserfahrung darf ich mir vielleicht anmaßen, stellvertretend für diesen Personenkreis eine Meinung zu äußern. Außerdem sind der Begriff und das Konzept „Inklusion“ inzwischen so entwertet, dass es kaum noch auffällt, für welchen Unsinn sie verwendet werden, ich erinnere an das „Inklusive Kochbuch“ aus Salzburg. Das ärgert mich immer wieder und zunehmend, dieser „Budenzauber“ um Inklusion, wie Udo Sierck das mal nannte. Vor acht Jahren hat der Vorsitzende des Philologenverbandes gesagt, die BRK und Inklusion seien in Deutschland schon umgesetzt, weil es differenzierte Sonderschulen gebe und jede/r [...]

2019-04-12T13:31:43+00:00Freitag, 12. April 2019|Teilhabe am Arbeitsleben|
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