Zuversicht als Haltung – Gespräch beim BHP

In diesem Video aus der Reihe #ZuversichtAlsHaltung vom Berufs- und Fachverband Heilpädagogik (BHP) geht es um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Heinz Becker, Diplom-Sozialpädagoge, zuletzt tätig als Bereichsleiter der ASB-Tagesförderstätte in Bremen und nach wie vor Lehrbeauftragter an der HS-Bremen und PH-Heidelberg, diskutiert mit Antje Kronberg (Bereichsleitung „Ausgelagerte Arbeit“ der Lichtenberger Werkstätten gemeinnützige GmbH in Berlin), Martin Simmich (Prokurist und Leiter des Fachbereichs Werkstatt und Personal der Werkstätten Hainbachtal gemeinnützige GmbH in Offenbach, Hessen) und Doris Albert (stv. BHP-Geschäftsführerin). https://bhponline.de/zuversichtalshaltung-die-auswirkungen-der-corona-pandemie-auf-wfbms/

2021-01-07T15:32:12+00:00Donnerstag, 07. Januar 2021|Informationen|

Persönliche Gedanken zum Tod von Wolfgang Jantzen

Am 23. November ist Wolfgang Jantzen verstorben. Er hat mich seit Mitte der 1970er Jahre in meinem ganzen Berufsleben begleitet mit seinen Fortbildungen und Fachberatungen, vielen persönlichen Gesprächen und mit seinen unzähligen Veröffentlichungen. Seine „Gelben Seiten“, die Allgemeine Behindertenpädagogik, war ein bahnbrechendes Werk und das zehnbändige Enzyklopädische Handbuch der Behindertenpädagogik, von ihm konzipiert und mit herausgegeben, wird noch lange Standard- und Nachschlagewerk bleiben. Schon früh war ich beeindruckt von dem (fast schon unheimlich) umfangreichen Wissen, das dieser Mann hatte und davon, wie er dieses Wissen dialektisch zueinander in Verbindung setzen konnte um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Wolfgang Jantzen hat hohe Anforderungen an die Fachlichkeit gestellt, aber nicht um der Fachlichkeit willen, sondern immer mit Blick auf die Menschen, um die es bei dieser Fachlichkeit geht. Studierenden, die sich über den hohen Anspruch seiner Lehre beklagten, soll er einmal gesagt haben: „Wenn ihr was Leichtes studieren wollt, dann studiert doch Physik.“ Behindertenpädagogik befasse ich mit schwierigsten menschlichen Problemen, das könne nicht einfach sein. In einer (für uns Fachleute zuerst manchmal irritierenden) kompromisslosen Art hat er sich für behinderte Menschen eingesetzt und sich in aller Konsequenz auf ihre Seite gestellt. Zusammen mit Georg Feuser hat Wolfgang Jantzen wesentlich zu einem Wandel in [...]

2020-11-26T09:08:35+00:00Donnerstag, 26. November 2020|Informationen|

Marlis Pörtner verstorben

Als Marlis Pörtner ihr erstes Fachbuch veröffentlichte, war sie bereits über 60 Jahre alt und hatte ein reiches und buntes Leben hinter sich. Sie ist mit einem kleinen Theater durchs Land gezogen, war Sekretärin, hat Bücher übersetzt, im Rundfunk moderiert, war verheiratet und wieder geschieden und hat zwei Kinder großgezogen. Schließlich hat sie Psychologie studiert und in Zürich eine psychotherapeutische Praxis gegründet. Hier hat sie immer wieder, als eine der wenigen Psychotherapeutinnen, geistig behinderte Menschen therapiert. Aus diesen Erfahrungen hat sie auf der Grundlage des Personzentrierten Ansatzes von Carl Rogers das Personzentrierte Konzept entwickelt und 1996 in ihrem Buch „Ernstnehmen-Zutrauen-Verstehen“ vorgestellt. Das Buch ist seitdem bis heute in 13 Auflagen erschienen, ist in fünf Sprachen übersetzt und wurde ihr erstes in einer Reihe weiterer Bücher. Mit dem Buch, ihren Fachberatungen, Supervisionen und Fortbildungen hat Marlis Pörtner das Leben vieler behinderter Menschen so viel besser gemacht. Sie war eine kompromisslose Kämpferin für die Rechte behinderter Menschen. Nicht auf der politischen Bühne, auch nicht als Vertreterin eines Verbandes oder einer Einrichtung. Sie hat sich für die scheinbar kleinen Rechte im Alltag stark gemacht, die aber erst wirkliche Selbstbestimmung und Menschenwürde ausmachen. Das Recht, abends noch eine Kleinigkeit zu essen, auch wenn die [...]

2020-11-26T09:11:48+00:00Donnerstag, 05. November 2020|Informationen|

Buchpräsentation 15.10.2020 Gondel Bremen

»Die große Welt und die kleine Paula« Gespräch mit Filmausschnitten mit Autor Heinz Becker und Regisseur Eike Besuden. Moderation: Katharina Guleikoff Donnerstag, 15.10.2020, 17:30 - 18:30 Uhr Ort: Gondel, Schwachhauser Heerstr. 207, Eintritt: 7,00 EUR Paula Kleine hat fast ihr ganzes Leben in Einrichtungen der Psychiatrie und der Behindertenhilfe zugebracht. Sie hat in Schlafsälen und in einer kleinen Wohngemeinschaft gelebt, Wäsche gewaschen, Kartoffeln geschält und wurde als Filmschauspielerin bekannt. Heinz Becker widmet sich in seinem Buch »Die große Welt und die kleine Paula« nicht nur ihrem bewegten Leben, sondern auch der Ideengeschichte der Behindertenhilfe, die wiederum eingebettet ist in den Kontext unserer Gesellschaft. Im Gespräch mit dem Filmregisseur Eike Besuden (»Verrückt nach Paris«) und der Radiomoderatorin Katharina Guleikoff erläutert der Autor, welche Konsequenzen wir aus Paula Kleines Geschichte für das 21. Jahrhundert ziehen müssen. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 60 Personen beschränkt. Reservierungen unter Tel. 0421 - 79 25 50. Bitte beachten Sie die gültigen Hygienevorschriften am Veranstaltungsort:  http://www.bremerfilmkunsttheater.de/site/aktuell.html

2020-10-22T06:45:54+00:00Freitag, 09. Oktober 2020|Informationen|

Die große Welt und die kleine Paula – Eine Geschichte der Behinderung

Paula Kleine hat fast ihr ganzes Leben in Einrichtungen der Psychiatrie und der Behindertenhilfe zugebracht. Sie hat in Schlafsälen und in einer kleinen Wohngemeinschaft gelebt, Wäsche gewaschen, Kartoffeln geschält und wurde als Filmschauspielerin bekannt. Die Geschichte der Person ist untrennbar verbunden mit der Geschichte unseres Fachgebiets und der unserer Gesellschaft. Aber auch das wäre noch „nur“ eine schöne Geschichte, wenn wir daraus nicht Konsequenzen ziehen für das 21. Jahrhundert. Neben der Lebensgeschichte einer Person wird die Fach- und Ideengeschichte der Behindertenhilfe erzählt, die eingebettet ist in die Geschichte unserer Gesellschaft. Beltz-Juventa Verlag, 327 Seiten ISBN: 978-3-7799-6274-8 Leseprobe Verlagsflyer

2020-08-21T07:11:07+00:00Dienstag, 26. Mai 2020|Informationen|

Schwerter zu Mundschutz von Roland Frickenhaus

Veröffentlicht bei Kobinet am 15.04.2020        https://kobinet-nachrichten.org/ Jessen (Elster) (kobinet) Mit starrem Blick homeofficet die Nation nun schon seit Tagen und redet sich ein, dass das, was da gerade global abgeht, nur ein böser Spuk sei und dass man schon morgen wieder zum Ski- und kreuzfahren in die Welt düsen kann, als sei das alles ein temporäres Ereignis, dem man am besten damit begegnet, dass man all das nachholt, was man die letzten Tage nicht durfte. Noch vor wenigen Wochen taten die Großen und Gernegroßen der Welt die Appelle von Fräulein Greta T. als überzogene Reaktion einer Pubertierenden mit Asperger ab. Nun zeigt sich, dass alles viel schlimmer ist und dass Neil Postman ein Kinderbuch geschrieben hat. Leben ist das, was uns passiert und nicht das, was wir plan(t)en; dem wird man wohl nun auch in Akademikerkreisen nicht länger widersprechen. Freunde, das was uns wirklich bedroht, wohnt nicht irgendwo Richtung aufgehender Sonne. Das, was uns gerade zusetzt, entstammt Herzen und Köpfen, die dem Egoismus frönen und die die Vereinzelung anbeten, weil es lukrativer ist, einer dreiköpfigen Familie selbstverständlich auch drei Smartphones und drei Computer zu verkaufen. Schneller, höher, weiter bis man keine Miete mehr für seine Schuhläden zahlt, [...]

2020-04-15T11:33:40+00:00Mittwoch, 15. April 2020|Informationen|

Teilhabe am Arbeitsleben weiterentwickeln – aber wie?

Weiter entwickeln – aber wie? Erfüllt das deutsche System beruflicher Teilhabe die Anforderungen von Inklusion und UN-Behindertenrechtskonvention? Ist es ausreichend personenorientiert? Entspricht es den gesetzlich festgeschriebenen Leitlinien "Selbstbestimmung" und "Wahlfreiheit"? Ist es für die Aufgaben der nächsten Jahre und Jahrzehnte gerüstet? Kaum jemand wird all diese Fragen mit einem eindeutigen Ja beantworten. Die Mehrheit der Experten ist sich einig: Auch nach den Innovationen des Bundesteilhabegesetzes gibt es weiteren Entwicklungsbedarf. Über das notwendige Ausmaß der Reformen gehen die Meinungen jedoch auseinander. Die Debatte bewegt sich zwischen den Polen „behutsame Weiterentwicklung“ und „radikale Umgestaltung“. Mit seiner Buchveröffentlichung „Weiter entwickeln – aber wie? Beiträge zur Zukunft der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung“ greift der Verlag 53° NORD die Diskussion auf und lässt die unterschiedlichen Meinungen zu Wort kommen. Die Herausgeber Jochen Walter und Dieter Basener haben Vertreter der unterschiedlichen Lager gebeten, ihren Standpunkt in einem kurzen und dezidierten Beitrag darzulegen. Herausgekommen ist ein Meinungsbild, das die Vielfalt der divergierenden Sichtweisen abbildet und das die Herausgeber in eine Systematik gebracht haben. Es bietet damit eine hervorragende Grundlage für künftige Diskussions- und Entwicklungsprozesse. Zweiundzwanzig Beiträge von Selbsthilfevertretern, Praktikern, Einrichtungen und Diensten, Verbänden, Leistungsträgern, Juristen und Wissenschaftlern geben eine Vielzahl von Impulsen für zeitgemäße gesetzliche [...]

2019-12-05T10:19:55+00:00Donnerstag, 05. Dezember 2019|Informationen|

Konferenz „Teilhabe mit LINKS“

Am 29.11.2019 fand in Berlin die Konferenz der Bundestagsfraktion DIE LINKE „Teilhabe mit LINKS – Gute Arbeit für Menschen mit Behinderungen“ statt, zu der ich als Vertreter der „Initiative Inklusion“ eingeladen war, eine Stellungnahme zu einem Antragsentwurf abzugeben. Hier ist sie: Mit der Unterzeichnung der BRK hat sich Deutschland verpflichtet, Teilhabe an den verschiedenen gesellschaftlichen Feldern für behinderte Menschen in denselben Strukturen zu gewähren, die den Menschen ohne Behinderung zur Verfügung stehen und von diesen genutzt werden. Anschließend an den ersten Staatenbericht hat der Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen der UN in „Abschließenden Bemerkungen“ Deutschland aufgefordert, das nun auch umzusetzen: Insbesondere seien das segregierende Schulwesen zurückzubauen und die Behindertenwerkstätten zugunsten einer Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt schrittweise abzuschaffen. Das ist nicht so einfach, und ich möchte das Problem an einem Beispiel erläutern: Vor fast drei Jahren hatten einige Wohnheime, Tagesstätten und Werkstätten in Deutschland Besuch von einer merkwürdigen Praktikantin. In quotensteigernder Absicht hat sich eine Journalistin von RTL als Praktikantin ausgegeben und in diesen Einrichtungen Menschen an ihrem Arbeitspatz und an ihrem Wohnort heimlich gefilmt und entwürdigendes und erniedrigendes Verhalten seitens der Betreuerinnen und Betreuer dokumentiert. Man kann diese Geschichte unter verschiedenen Aspekten betrachten. Einen will ich herausgreifen: [...]

2019-12-05T10:12:27+00:00Donnerstag, 05. Dezember 2019|Informationen|

Inklusion braucht Infrastruktur. Von Roland Frickenhaus

Inklusion braucht Infrastruktur! Veröffentlicht auf www.kobinet-nachrichten.org am 15.07.2019 von Autor Roland Frickenhaus und Hubertus Thomasius JESSEN (KOBINET) Oft ist Einfaches schwer zu machen. Zehn Jahre laboriert unser Land nun schon an so etwas Einfachem wie Inklusion herum. Das dürfte nicht zuletzt auch daran liegen, dass den Verantwortlichen erst allmählich klar zu werden scheint, dass Inklusion nur dann Erfolg beschieden sein wird, wenn parallel auch eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut wird. Es ist wie seinerzeit bei der Erfindung des Automobils. Dass das eine Erfolgsgeschichte wurde, liegt nicht zuletzt daran, dass parallel die erforderliche Infrastruktur (Straßen, etc.) aufgebaut wurde. Vor einigen Tagen erschien im SPIEGEL ein interessanter Artikel mit beeindruckenden Fotos über die sogenannten „Autoträger“ in Nepal in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts: Autos gab es bereits, aber es gab noch nicht überall Straßen. Und so trugen kräftige Männer die Autos oft kilometerlang durch unwegsames Gelände, ehe es wieder befestigte Wege gab und der stolze Autobesitzer allein weiterkonnte. "Die Erfindung war gemacht, aber die Infrastruktur fehlte", so könnte man das Problem jener Tage zusammenfassen. Was das mit Inklusion zu tun hat? Nun, da hat Deutschland die UN-BRK unterschrieben und uns mal eben "Inklusion" bestellt, aber übersehen, dass die Infrastruktur fehlt. [...]

2020-09-02T13:18:46+00:00Freitag, 19. Juli 2019|Informationen|
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