Teilhabe am Arbeitsleben weiterentwickeln – aber wie?

Weiter entwickeln – aber wie? Erfüllt das deutsche System beruflicher Teilhabe die Anforderungen von Inklusion und UN-Behindertenrechtskonvention? Ist es ausreichend personenorientiert? Entspricht es den gesetzlich festgeschriebenen Leitlinien "Selbstbestimmung" und "Wahlfreiheit"? Ist es für die Aufgaben der nächsten Jahre und Jahrzehnte gerüstet? Kaum jemand wird all diese Fragen mit einem eindeutigen Ja beantworten. Die Mehrheit der Experten ist sich einig: Auch nach den Innovationen des Bundesteilhabegesetzes gibt es weiteren Entwicklungsbedarf. Über das notwendige Ausmaß der Reformen gehen die Meinungen jedoch auseinander. Die Debatte bewegt sich zwischen den Polen „behutsame Weiterentwicklung“ und „radikale Umgestaltung“. Mit seiner Buchveröffentlichung „Weiter entwickeln – aber wie? Beiträge zur Zukunft der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung“ greift der Verlag 53° NORD die Diskussion auf und lässt die unterschiedlichen Meinungen zu Wort kommen. Die Herausgeber Jochen Walter und Dieter Basener haben Vertreter der unterschiedlichen Lager gebeten, ihren Standpunkt in einem kurzen und dezidierten Beitrag darzulegen. Herausgekommen ist ein Meinungsbild, das die Vielfalt der divergierenden Sichtweisen abbildet und das die Herausgeber in eine Systematik gebracht haben. Es bietet damit eine hervorragende Grundlage für künftige Diskussions- und Entwicklungsprozesse. Zweiundzwanzig Beiträge von Selbsthilfevertretern, Praktikern, Einrichtungen und Diensten, Verbänden, Leistungsträgern, Juristen und Wissenschaftlern geben eine Vielzahl von Impulsen für zeitgemäße gesetzliche [...]

2019-12-05T10:19:55+00:00Donnerstag, 05. Dezember 2019|Informationen|

Konferenz „Teilhabe mit LINKS“

Am 29.11.2019 fand in Berlin die Konferenz der Bundestagsfraktion DIE LINKE „Teilhabe mit LINKS – Gute Arbeit für Menschen mit Behinderungen“ statt, zu der ich als Vertreter der „Initiative Inklusion“ eingeladen war, eine Stellungnahme zu einem Antragsentwurf abzugeben. Hier ist sie: Mit der Unterzeichnung der BRK hat sich Deutschland verpflichtet, Teilhabe an den verschiedenen gesellschaftlichen Feldern für behinderte Menschen in denselben Strukturen zu gewähren, die den Menschen ohne Behinderung zur Verfügung stehen und von diesen genutzt werden. Anschließend an den ersten Staatenbericht hat der Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen der UN in „Abschließenden Bemerkungen“ Deutschland aufgefordert, das nun auch umzusetzen: Insbesondere seien das segregierende Schulwesen zurückzubauen und die Behindertenwerkstätten zugunsten einer Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt schrittweise abzuschaffen. Das ist nicht so einfach, und ich möchte das Problem an einem Beispiel erläutern: Vor fast drei Jahren hatten einige Wohnheime, Tagesstätten und Werkstätten in Deutschland Besuch von einer merkwürdigen Praktikantin. In quotensteigernder Absicht hat sich eine Journalistin von RTL als Praktikantin ausgegeben und in diesen Einrichtungen Menschen an ihrem Arbeitspatz und an ihrem Wohnort heimlich gefilmt und entwürdigendes und erniedrigendes Verhalten seitens der Betreuerinnen und Betreuer dokumentiert. Man kann diese Geschichte unter verschiedenen Aspekten betrachten. Einen will ich herausgreifen: [...]

2019-12-05T10:12:27+00:00Donnerstag, 05. Dezember 2019|Informationen|

Inklusion braucht Infrastruktur. Von Roland Frickenhaus

Inklusion braucht Infrastruktur! Veröffentlicht auf www.kobinet-nachrichten.org am 15.07.2019 von Autor Roland Frickenhaus und Hubertus Thomasius JESSEN (KOBINET) Oft ist Einfaches schwer zu machen. Zehn Jahre laboriert unser Land nun schon an so etwas Einfachem wie Inklusion herum. Das dürfte nicht zuletzt auch daran liegen, dass den Verantwortlichen erst allmählich klar zu werden scheint, dass Inklusion nur dann Erfolg beschieden sein wird, wenn parallel auch eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut wird. Es ist wie seinerzeit bei der Erfindung des Automobils. Dass das eine Erfolgsgeschichte wurde, liegt nicht zuletzt daran, dass parallel die erforderliche Infrastruktur (Straßen, etc.) aufgebaut wurde. Vor einigen Tagen erschien im SPIEGEL ein interessanter Artikel mit beeindruckenden Fotos über die sogenannten „Autoträger“ in Nepal in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts: Autos gab es bereits, aber es gab noch nicht überall Straßen. Und so trugen kräftige Männer die Autos oft kilometerlang durch unwegsames Gelände, ehe es wieder befestigte Wege gab und der stolze Autobesitzer allein weiterkonnte. "Die Erfindung war gemacht, aber die Infrastruktur fehlte", so könnte man das Problem jener Tage zusammenfassen. Was das mit Inklusion zu tun hat? Nun, da hat Deutschland die UN-BRK unterschrieben und uns mal eben "Inklusion" bestellt, aber übersehen, dass die Infrastruktur fehlt. [...]

2020-09-02T13:18:46+00:00Freitag, 19. Juli 2019|Informationen|
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